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SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle
Schmerztherapie
Bismarckstr. 52
97980 Bad Mergentheim
Tel.:
+49(0)7931-545-0
Fax: +49(0)7931-545-131
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Erfahrung schon seit
1987
Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie
BRACHIALGIEN
Der Begriff
Der Wortteil "brachi" wird mit Arm übersetzt und "algien"
steht für Schmerzen, der Begriff "Brachialgien" bedeutet demnach
Armschmerzen.
Mögliche Ursachen für Brachialgien
-
Zervikobrachialgie (Nacken-Schulter-Arm-Syndrom)
-
Plexusneuralgie
-
Brachialgia paraesthetica nocturna
(Parkbanksyndrom)
-
Neuralgische
Schulteramyotrophie (Neuritis des Plexus brachialis)
-
Schulter-Hand-Syndrom
-
Skalenus- und
Hyperabduktionssyndrom
-
Brachialgien nach Mastektomie
-
Brachialgien nach Bestrahlung
-
Epicondylitis radialis
humeri (Schmerzen am Ellenbogen)
Zu den einzelnen Ursachen
-
Ver
tebrageninduzierte (=
von der Halswirbelsäule ausgehende)
Brachialgien
kommen am häu figsten vor. Er tritt im Rah
men eines unteren
Zer
vikal-Syndroms auf
(auch als
Zervikobrachialg
ie,
Schulter-Arm-Synd
rom oder
Nacken-Schul
ter-Arm-Syndrom
bezeichnet). Da die Wurzel n C6-8 und Th1
betroffen sind, kann der Armsch
merz bis in den Klein
finger ausstrahlen.
Rich tungsweisende Schmerzen im
Nacken- oder
Schul
terbereich müssen nicht
zwingend vorhan den sein.
Streng genommen geht die
Zervikobrach
ialgie mit einer rad
ikulären Symptomatik
(= Krankheitszeichen infolge einer Ner
venschädigung) einher (De
brunner
1988). Die pseudoradikuläre Ausstrah lung (= Schmerzausstrahlung infolge
sche
inbarer
Nervenschädigungen) in die
Ar
me fällt noch unter den Begriff "Zervikalsyn
drom".
Vertebragen induzier te Brachialgien spricht am bes
ten auf die kontinuierliche,
retrog rad hohe Blockade des Plexus brach
ialis mit Katheter an (siehe unten).
- Ech te (idiopathische)
Plexus
neu
ralgien (=
schmerzhaftes Armnervengeflecht) mit
attacken förmigem Schmerzcharakter sind ein seh
r seltenes Kran kheitsbild. Die
Therapie erfolgt primär med ikamentös. Sehr hilfreich ist die Verord
nung eines Antikon vulsivums
(=
ein Mittel gegen die Fallsuch
t, aber auch bei einem anfallsar
tigen
Schmerz wirksam)
angezeig t. Als erste Wahl gelten heute Gabapen
tin oder Pregabal in,
als 2. Wahl Car bamazepin. Die
Kombination mit Bac lofen (= ein im Gehi
rn / Rückenmark wirkendes M
ittel zur
Muskel entspannung) hilft Gabapentin
bzw. Pregabal in oder Carbamazepin
einzus paren. Bei weiter anhaltenden Sch
merzen: kontinuierliche Blockade des
Pl exus brachialis mit Kath
eter (s iehe unten).
- Bei de r sog. Brachialgia paraesthetica
nocturna bes tehen
schmerz hafte Missem
pfindungen, besonders während der Nach
truhe, wahrscheinlich
hervorgeru fen durch vegetativ-vaso
motorische (= Gefäße und
Muskeln betreffende) Dys
regulation, meist als Folge einer
Fehl lagerung ("Parkban
ksyndrom"). Je nach Ausmaß oder Häu
figkeit der
Irritation oder Störu ng kann sich durchaus ein chron
ischer (=
länger als drei M
onate anhaltender) Armsch
m
erz einstellen. Therapiemög
lichkeiten siehe unten.
- D ie
Neuritis
des
Pl
exus brachial
is (neuralgische
Schul
teramyotrophie)
(=
Entzünd
ung
des
Armnervengeflech
ts) soll allergisch entzündl
icher Ursache sein (Thoden
1987). Die
Schmerz
en setzen plötzl
ich ein und imponieren als akutes
Zervikobrach
ialsyndrom
(=
Nacken-Schul
ter-Arm-Syndrom).
Nach mehreren Tagen tre ten Lähmungen von
Schulter- und
Armmuskeln auf,
Sensibil itätsstörungen (= Gefühlsstörungen)
kommen höchs tens in 20-30 % vor.
Die Prog
nose (= Vorhersage,
der Ver lauf) ist günstig, die motorischen Ausfälle (=
Lähmungen) bilden sich von sel bst langsam (über Mon
ate) zurück.
Zur Therapie werden bei diesen Brachialgien Ant
iphlogistika (z.B.
Phenylbutazon, Sal icylate) (=
entzündungshemmende M
ittel) bzw. nichtsteroidale An
tirheumatika
(z.B. Diclofenac, I ndometazin) eingesetzt, beson
ders
magenschonend sin
d die sog. COX-2
I nhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynas
tat®)
oder Etoricoxib (A rcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffg
ruppe mit einem Herz-/Kreislau
f-Risiko
verbunden zu sein, zu
mindest bei längerer Therapiedau
er. Sehr hilfreich sind
auch en
gmaschig wiederholte, inters
kalenäre
Plexusblockaden (=
Betäu bungen des Armnervengeflech
ts im seitlichen Halsbereich),
insbes. kon tinuierlich mittels eingepflanztem Katheter (siehe unten).
Im akuten Stad
ium ist das Mittel der Wahl
Cort ison (z.B. 60 mg
Predn isolon/Tag, dann über 2 Wochen rasch absteigend dos
ieren).
- Schulter-Han
d-Syndrom. Nicht selten gehen
Sch
merz
en
von einzelnen
Gelen
ken in der
Schulter
-
Arm-Region aus und strahlen
dann in den gesam ten Bereich aus, so daß es sch
wierig werden kann, den pr imären
Schmerzherd überhaupt zu fin den (Debrunner 1988).
Typischerweise bestehen
Armschmer
zen in Ruhe mit Schmerzverstärkun
g bei Belastung.
Manchmal treten vegetative Beg leitsymptome wie Käl
te, Zyanose (=
bläuliche Verfärbung) oder Sch witzen auf, so daß die
Unterscheidung von einer Sudec k Dystrophie (= eine
spezielle sch merzhafte Organstörung nach einer Ver
letzung)
schwerfällt,
besonders wenn Gewebsat rophien (= Gewebeschwund)
vorhanden sind.
Therapeutisch is
t in der akuten Phase die Gabe von n
ichtsteroidalen Antirheumatika (z.B. Naprox
en) hilfreich. Vor allem beim Vor liegen von
vegetativen Beg leiterscheinungen (z.B. Kälte, bläuliche
Verfärbu ng, Schweißbildung)
hat sich die wiederhol te Plexusblockade (= Be
täubungen des
Armnervengeflech
ts) sehr bewähr
t (siehe unten).
Zur Förderung der Durch
blutung ist auch eine oberflächliche Käl
tebehandlung
mittels Kal tluftgenerator empfehlenswert. Physiotherapeutische Met
hoden
(=
Krankengymnastik und Anwendungen) run
den das Behandlungskonzept ab.
- Das
Skalenussynd
rom, ein sog.
Kom
pressionssyndrom
entsteht durch Kompression der Ner venstränge aus den Wurzel
n C8-Th1 im Bereich
der Skal enuslücke (= Lücke zwischen zwei
M
us
keln im
seitlichen Halsbereich) , hau
ptsächlich durch eine Halsrippe,
aber auch du rch Bindegewebsstränge oder höherg
radige
Muskelverspannungen.
Diese Brachialgien treten deutlich belastungsabhängig auf, insbesondere bei
Zugbelastung (Tragen von Koffern, Taschen usw.). Die dominierenden
Schmerzlokalisationen sind ellenseit iger
Unterarm und
Han
d. Im fortgeschrittenen
Stad ium mit Ner
venläsionen
(=
Nervenstörungen,
Ner
venschädigungen)
treten Lähmungen der k leinen
Handmuskeln auf. Durch zusätzliche Veren
gung der
A. subclav ia (= Schlagader unter dem Schlüsselbein)
in der Skale nuslücke können Mikroembol
ien (= kleinste
Blutgerinnsel) entstehen, die feine
Fin
ger
gefäße verschließen und
eine vaskul äre Symptomatik (= Krankheitszeichen bei Blutgefäßschäd
igung)
hervorrufen (Ostheim 1976).
Zur Therapie empfiehl
t sich bei stark verspannter Skal enusmuskulatur die
wiederholte Infiltration mit einem lan g wirkenden örtlichen
Betäu bungsmittel,
die Vermeidung von schmerzauslösenden oder vers
tärkenden Belastungen, in hartnäckigen
Fällen, insbesondere bei Au ftreten eines neurologischen Defizits
(= gestörte Nervenfunktion), eine Operat
ion.
Der Plexus brachialis (= das Armnerven
geflecht)
kann auch zwischen Schlüssel bein und 1. Rippe komprimier
t (=
eingedrückt) werden. Besonders bei Rück
führung der
Schulter unter Zug, wie beim Tragen eines
Ruc ksackes, tritt ein ausstrahlender
Armsch
merz auf.
Die
Therapie besteht in der Ver meidung von typischen Belastun
gen. Nur in
seltenen Fällen wird man sich zur o perativen Entfernung der 1. R
ippe entschließen.
Der Vollständigkeit hal
ber sei noch das sog.
Hyperabdukt
ionssyndrom
erwähnt.
Die
Sch
merz
en treten bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt
werden (z.B. Arbeiten an der Zimmerdecke). Die Ursache ist eine
Nervenkompression
des
Ar
mplexus zwischen Korakoid
(=
"Rabenschnabel
fortsatz" am oberen Schulterblattrand) und M.
pectoral is minor (= kleiner Brustmuskel), nahe dem
An satz. Therapeutisch können In
filtrationen mit einem örtlichen Betäu
bungsmittel
unternommen werden.
- Relativ häufig t reten heftige
Brachialgien
nach radikaler
Mastek
tomie (= operative Entfernung der
weiblichen
B
rust mit Ausräumung der Achselhöhle) auf, bed
ingt durch
Plexuskompression in folge einer Lymphabflußstörung oder auch
Lym
phstau.
Der
A
r
m ist dabei un
übersehbar stark ödematös aufgequol
len. Zur Förderung
des Lymphab flusses wird der
A
r
m m
ittels einer Handschlinge an einem Ge
stell
(Bettgalgen, Infusionsständer) mehrere Tage permanen
t über die Horizontale
angehoben. Zur Un terstützung der abschwellenden Maßnah
men dient die Gabe eines
milden Diuret ikums (= harntreibendes Mittel) sowie
regel mäßige manuelle Lymphdrainage. Zusätzl
ich können in terskalenäre
Blockaden (= Betäubungen im seit
lichen, unteren Halsbereich) des Plexus brach
ialis
durchgeführt werden. Nach Teilabsch wellung gelingt dann häufig auch die
I mplantation eines axil
lären Plexuskatheters (siehe un ten), der für weitere
10-14 Tage regelmäßig meh rmals täglich mit 10-15 ml Bu
pivacain
(= ein Betäubungsmittel)
bed ient wird
(siehe unten).
Mit den genannten Therapiemaß
nahmen kann in fast allen Fällen eine
zu friedenstellende Schmerzsituation herbeigeführ
t werden.
-
Brachialgien nach Bestrah
lung.
Heftige
Plexussch
merzen mit neu
rologischen Defiziten
(= Zeichen einer
Nervenstörung,
Nervenschäd
igung) können auch Folge einer
Bestrahlung
der supraklavikul ären (= oberhalb des Schlüsselbeins)
oder Achsel höhlenregion bei Brustkrebs sein.
In der Regel ist das subku
tane Gewebe derb fibros iert (Strahlenfibrose)
(= Verhärtung des Hautun
tergewebes). Hinzu kann eine Lym
phschwellung
des
Arme
s t
reten.
Bei fehlender oder ge ring ausgeprägter Fibros
ierung muß eine
Pl
exuskarz
inomatose
(= Durchsetzung des Armnervengeflech
ts mit
Tochtergeschwülsten) in Be tracht gezogen werden.
Die Behandlung ist sehr sch
wierig. Bei strahlenbedingten krankhaften Hau
tveränderungen ist das En tzündungsrisiko bei Durchführung von
Nervenb lockaden stark erhöht. Peripher wirkende Anal
getika (=
Schmerzmittel die überwiegen
d nur im Schmerzbereich wirken) sind
m eist ungenügend wirksam.
Nach Thod
en (1987) bleiben nur die epidu
rale
(= rückenmarknahe)
elektrische Rüc kenmarksreizung oder die hoch
zervikale Chordotom ie
(=
operative Durch
trennung der Schmerzbahn im oberen Rückenmar
k).
-
Epicondyl
itis radialis
humeri - Bei dieser
relativ häu figen Erkrankung klagen die Pat
ienten über
Schmerzen im Bereich des
Epicond ylus radialis humeri (= über dem
Ellen
bogen
außen),
die sich bei Faus tschluß und kräftiger Dorsalextens
ion (=
Beugung in Richtung
Hand
rücken) im
Handgelen
k verstärken. Nicht
selten strahlen die
Sch
merz
en
in
Unterarm
und/oder Ober
arm aus, so daß dann der
gan ze
Ar
m schmerzt. Regel
mäßig besteht ein deutlicher Druc kschmerz im Bereich
des
ellbogennahen äu
ßeren Unterarmes.
Die Ursache des chronischen En
tzündungszustandes im Bereich der Seh
nenansätze
am Epicondylus lateral is humeri ist nicht geklärt; vieles sprich
t für eine
mechanische Auslösun g (Tennisarm,
Tennisellenbogen).
Therapeutisch kann bei diesen
Brachialgien ein Versuc h mit Infiltrationen mit einem
örtl ichen
Betäubungsmittel,
auch mit Kort ikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerd
ings ein Kontakt
der Kanü lenspitze mit der
Knochenhaut unbeding
t vermieden werden, da damit häufig
heftigste, an haltende Schmerzreaktionen ausgelös
t werden können. Nicht selten
hilf t nur eine längerfristige kont
inuierliche Plexus brachialis-Bloc
kade
mit Katheter (siehe un ten).
Auch eine Behand
lung mit Röntgenstrahlen kann diesen
Sch merz lindern (Thomalsk
e
1991). Manchmal ist auch eine deut liche Besserung durch die Ion
tophorese
(=
Einbringung eines Arznei
mittels durch die Haut mit Hilfe von Gle
ichstrom)
(z.B. mit Dic lofenac) zu erzielen.
Die Behandlungs
maßnahmen eignen sich in gleicher Weise für die sel
tenere
Epikondylitis ulnaris hu
meri
(=
Ellenbogen
schmerzen an der Innenseite).
(Gol
ferarm
oder
Golferellenbogen).
Zu erwähnen wäre noch
das Karpal
tunnel-Syndrom,
das manch
mal auch in den ganzen
Arm einstrahlen kan
n.
Der Vollständig keit halber seien zum The
ma
"Brachialgien"
noch
I
nsertionstendopathien
infolge Überbeans
pruchung des Griffelfortsatzes (((Processus sty
loideus) der
Elle (Styloiditis ul
nae) bzw. Speiche (Styloiditis
rad
ii) aufzuführen, da auch diese
Sch
merzen in den ganzen Ar
m einstrahlen kön
nen.
Medikamentöse Schmerzbehandlung
Aku
t
(= plötzlich
einsetzend, heftig)
und subaku
t
(= eher schleichend
verlaufend) kön
nen bei
Brachialgien
zunächs
t (vorwiegend)
per ipher wirkende Analgetika
(= Schmerz
mittel, die am Ort der Schmerzen
tstehung wirken)
eingesetzt werden, in
sbesondere sog. nicht s
teroidale Antirheumatika
(=
R
heumamittel),
aus dieser Gruppe möglichs
t lang
wirkende und magenschonende wie z.
B. Mobec®.
Besonders magen
schonend und auch entzündungs
hemmend sind die sog. COX-
2
Inhibitoren, z.B. Parecox ib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arco xia®),
allerdings schein
t diese Stoffgruppe mit einem He
rz-/Kreislauf
-Risiko verbunden
zu sei
n, zumindest bei län
gerer Therapiedauer. Es blei
bt abzuwarten, ob Parecox
ib
und
Etoricoxib nich
t auch noch vom Mark
t genommen werden, wie schon andere
M
ittel dieser Stoffgruppe zu
vor.
Bei st
ärkeren
schmerzhaften Muskelvers
pannungen können darü
ber hinaus auch Muskel
relaxanzien
(= M
ittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Nor
flex®, Mydocalm®) verord
net werden.
Manchmal sind aber Brachialgien nu
r mit zentral wirkenden Analgetika (z.B.
Tramado l, Valoron N®) (= im Gehirn bzw. Rüc
kenmark
wirkende Sch merzmittel) beherrschbar. Grundsätzlich soll
te aber eine länger fristige Schmerzmittelverordnung wegen der
Gefah r der Gewöhnung o
der gar Abhäng igkeit verm
ieden werden. Die Kom bination
mit sch merzdistanzierenden Antidepress
iva (= Mittel
gegen Depression, aber auch bei Brachialgien hilfreich) (z.B.
Doxep in, Maprotilin) hilft in vielen Fäl
len Schmerzmittel einzus paren.
Bei einer en tzündlichen Sch
merzursache sind wiederholte, lokale Cortison-In
jektionen
hilfreich.
Therapeu
tische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem ört
lichen Betäubungsmittel
bzw.
Lo
kalanästhetika)
bei
chronische
n
Brachialgien
Die besten Therapieergebn
isse werden bei hart näckigen
Brachialgien, die auf her
kömmliche Therapiemaßnahmen kau m ansprechen, mit
der therapeu tischen Lokalanästhesie in Form der
kon tinuierlichen
Blockade des Pl exus brachialis erziel
t, bei Beteiligung von Schulter und Halsw irbelsäu
le in der sog. retrog
rad hohen Variante.
Dabei wird ein d ünner Kunststoffschlauch nahe der Ac
hselhöhle
vorübergehen d (z.B. 10-14 Tage lang) in die Ner
venscheide des Arm nervengeflechts eingepflanz
t und innerhalb derselben
noch weite r nach oben vorgeschoben. Die Ein
pflanzung erfolg t du
rch eine han delsübliche
Kanü le hindurch, es m
uß also nich t "au
fgesch nitten" werd
en. In der
Fol ge wird ü
ber d iesen Katheter meh
rmals täg lich, je
weils nach Abk lingen der
voran gegangenen Dos
is, das örtl iche Betäubungsmittel völl
ig sch merzlos
nachgespritzt. Während dem Einspri tzen und noch kurze Ze
it danach wird der Oberarm mit einer Man
schette abgestau t, so daß die Bet
äubungsmittellösung
innerhalb der Ner venscheide nach oben get
rieben wird und so auch im
Schul terbereich und bei en
tsprechender Betäubungsm ittelmenge sogar an der
Halswirbelsäu le schmerzlindernd wirken kann.
Das örtliche Betäu bungsmittel wird bei dieser Behand
lung so dosiert, dass die
grobe Kraf t erhalten bleibt (bei gleichzei
tiger Hemmung der
Schmerz reizleitung), damit begleitend kran
kengymnastische Übungsbehandlungen
mög lich bleiben.
Zur Schmerz
behandlung kann auch die in
terskalenäre
(= zwischen
Muskeln im sei
tlichen, unteren Halsbereich) Bloc
kade
des Pl exus brachialis
(auch kon
tinuierlich
mit Katheter) durchgeführ
t werden, allerdings ist diese Met
hode mit
einem etwas größeren Risiko behaf
tet.
Dass die schmerz lindernde Wirkung i.d.R. über die eigen
tliche Behandlungszeit
hinaus anhäl t, ist u.a. darauf zurückzu
führen, daß bei dieser
Blockadebehand lung auch die sog. vegetativen Nerven
bet roffen sind, woraus eine
sehr deu tliche Durchblutungssteigerung resul
tiert, die entzündlichen oder
deg enerativen (= abnutzungsbedingten) Prozessen
nach haltig entgegenwirkt.
Physikalische Therapie
Auch eine Elektrost imulation kann bei
Brachialgien eine
Besch werdelinderung herbeiführen. Die t
ranskutane Nervenstimulation mit
Niederfrequenzgen erator (T
ENS) hat den Vorteil, daß sich die Pat
ienten
bei Bedarf selbs t behandeln können. Die Elekt
roden werden paarig über dem
Sch merzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulations
frequenz und der
Elekt rodengröße kann die Wirkung optimier
t werden. Wir verord nen TENS grundsätzlich
nur leih weise für 6 Monate, da erfahrun
gsgemäß die Wirkung nach längerer
An wendung nachläßt.
Eine weitere physikal ische Behandlungsmög
lichkeit ist die
oberflächl iche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir ver
wenden einen
elektrischen Kal tluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. 10 bis
-15 Grad C
abgekühl t ist. Manche Patienten em
pfinden allerdings lokale Wärmeappl
ikationen
(Rotlicht) als besser wir ksam. Warme Bäder können eben
falls einen chronischen
Sch merz lindern. Die Verord
nung von all gemeinen Massagen ist auch bei
Brachialgien
nicht sinn
voll. Für den Patient mag diese Behand
lung zwar angeneh
m sein, aber
unter schmerz
therapeutischem Aspekt bring
t sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kos
ten.
Wichtig ist aber eine fu
nktionserhaltende heilgymnast
ische
Therapie.
Andere Therapiemaßnahmen
Der Vollstän digkeit halber darf die Akupun
ktur nicht unerwähn t bleiben.
Hypnoide
(= be
wußtseinsverändernde)
Verfahren wie autog enes Training oder progress
ive Relaxation nach Jakob son,
ebenso ein Schmerzbewäl tigungstraining sind auch bei
chron ischen Brachialgien im Rahmen einer
psycholog ischen
Begleitbehandlung eine sinnvolle Ergän zung der Gesamtstrategie.
Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre
Behandlung
in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD,
so z.B.:
- Reichhaltige Erfahrungen - in der
Klinik
werden seit 1987 aussc hließlich Patien
ten mit chron ischen Schmerzen
behandel t.
- Hohe fachliche Kompetenz, die Klinik
bzw. der Chefarzt besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung
der Ärztekammer für das
Fachgebiet
„Spezielle Schmerztherapie".
Für Mitglieder
gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehand
lungen
gemäß OPS 8 -918 durchgeführt. Die Klinik ist beihil
fefähig. Teilweise überneh men
auch Ren tenversicherungen und Berufsgenossenschaf
ten die
Kos ten für eine stationäre Schmerz
therapie.
Die Kostenübernah me mu
ß aber zu vor (gilt auch für priv
ate
Kassen oder Beihil fe) bean
tragt werden.
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Aktualisiert:>11.10.2009</>